· 

Die ersten Tage mit Stoma zu Hause

Noch zwei Tage bis Sylvester und heute der 38. Tag mit Stoma. Ich bin seit dem 27.11.2017 wieder zuhause. Die ersten Tage waren schlimm. Alles war schlimm. Die Schmerzen, die Tatsache, dass ich zu dem Zeitpunkt bei allem Hilfe benötigte und die Ungewissheit, wie lange meine Genesung wohl dauert. Ich habe viel geweint. Ich wollte niemandem zur Last fallen, am liebsten alles irgendwie alleine schaffen. 

Aber die Angst davor, dass ich wieder ins Krankenhaus muss hat dann doch in mir die Notbremse gezogen. Es reichte einmal, dass Nähte der Operation wieder aufgegangen sind.

Ich habe die ganze Zeit im Krankenhaus auf dem Rücken liegend verbracht und genau so ging es zuhause weiter. Liegen, liegen, liegen. Ich bin wirklich fast wahnsinnig geworden. Jeden Tag das Gleiche und ich hatte das Gefühl, dass es nicht vorwärts geht. Dazu kam noch das anfängliche Theater mit der Stomaversorgung. Keine Basisplatte hielt länger als ein paar Stunden. Ständig unterliefen sie und ich musste mir teilweise 3 mal am Tag wieder alles neu auf den Bauch „kleben“. Meine Haut litt sehr darunter und ich bekam keine Unterstützung oder Hausbesuche von meiner mir zugeteilten Stomatherapeutin. Ich probierte dann selbst verschiedene Möglichkeiten mit Musterprodukten aus. Basisplatten, konvex, plan, Hautschutzringe, Modellierstreifen, Hautschutzstreifen, Spray, gar keinen Hautschutz. Nichts wollte halten. Wenn das nur das einzige Problem gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich gar nicht so schlimm empfunden, aber durch die Schmerzen im Intimbereich, die 24 Stunden, ohne Unterbrechung da waren, war ich psychisch doch sehr angeschlagen. 

Heute geht es mir besser, aber darüber schreibe ich später mehr. Jetzt wird geschlafen.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0