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Mein Cröhnchen

Als ich 1996 die Diagnose bekommen habe, konnte ich gar nichts damit anfangen. Ich wusste nur, dass ich mit bis zu 40 Durchfällen am Tag klar kommen musste und bekam das typische Vollmondgesicht vom Kortison. Toll. Niemand hat mich bezüglich Ernährung, Sport und alternative Methoden aufgeklärt. Die Laktoseintolleranz und etwaige Lebensmittelunverträglichkeiten kamen auch noch dazu, so dass ich gar nicht mehr wusste, wie ich zurecht kommen soll. Fast ein Jahr lang konnte ich das Haus nicht verlassen, wegen der Angst nicht rechtzeitig eine Toilette zu finden. Die ersten Jahre mit Morbus Crohn waren wirklich nicht schön. Es hat ja auch niemand drüber gesprochen. Darm und Durchfall? TABU!

Zum Glück sieht das heute schon ganz anders aus. Überall findet man Informationen, kann sich in Social Media Seiten reinhängen und Gruppen beitreten. Ich wünschte, das wäre damals schon so gewesen.

Niemand muss sich für seinen Crohn oder Ulcerosa schämen. Klar, es kann schon mal peinlich sein, aber im Ernst, ist doch egal.  Wenn da jemand nicht mit klar kommt und dich und deine CED-Probleme nicht versteht und akzeptiert...dann halt nicht.Ich habe hin und wieder auch noch Hemmungen, vor allem in Anbetracht meiner bevorstehenden Operation, aber glücklicherweise habe ich eine tolle Tochter,  fantastischen Freundeskreis und einen sehr verständnisvollen Partner. Kopf hoch! Wird schon!

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Kommentare: 1
  • #1

    Strassner Heike (Donnerstag, 01 Februar 2018 10:39)

    Ich finde es auch traurig das eigentlich heute noch viele dieses Thema Darm scheuen. Viele die es nicht betrifft wollen auch gar nichts darüber wissen auch wenn sich in ihrem Umfeld betroffene befinden. Traurig das heute noch Vorwürfe kommen (die markiert nur, was die schon wieder hat usw) wer das nicht selbst erlebt kann sich nicht vorstellen wie furchtbar es ist nie zu wissen wann der Darm zu schlägt oder wie lange es dauert. Oder du irgendwo nicht mit hin willst. Du warst eben auf Toilette und keine 3min.im Auto unterwegs geht es wieder los. Angst nicht rechtzeitig einen Busch zu finden hinter dem du verschwinden kannst. In der Medizin bist du ein versuchskanninchen nichts hilft wirklich es wird für eine gewisse Zeit etwas gemildert . Aber es hört nie auf. Stress, Freude, Druck von außen und aufgeregt sein darfst du gar nicht dann kann man gleich auf der Toilette sitzen bleiben. Es tut gut sich austauschen zu können mit Menschen die wissen von was man spricht. Ich wünsche all denen alles gute und starke Nerven.