· 

Bis zur Diagnose

Heute ist Feiertag und wieder Zeit um etwas zu schreiben. Ich habe überlegt, was ich heute berichte und ich denke ich werde etwas über meinen Krankheitsverlauf schreiben.

 

Ich habe seit 1996 Morbus Crohn. Anfangs nicht diagnostiziert, wie wahrscheinlich bei vielen Crohn-Patienten. Leider dauert es immer einige Zeit, bis die Ärzte wissen, was man wirklich hat. Bei mir hat es weit über ein Jahr geauert. Mitten in meiner Ausbildung zur Altenpflegerin. Es war eine wirklich schlimme Zeit, habe mich in einem Dauerschub befunden, bis ich dann vernünftig mit etwaigen Medikamenten eingestellt war. Prednisolon, Imurek, Salofalk. Ein große Besserung fand nicht statt, aber es war irgendwie auszuhalten. Dann wurde ich mit meiner Tochter schwanger und musste die Medikamente absetzen. Die darauf folgenden zwei Jahre waren eine Katastrophe. Bis zu 40 Durchfälle am Tag, ich wog nur noch knapp 40 Kilo und dann kam auch noch eine Fistel dazu. Diese wurde im Krankenhaus gespalten, ich bekam eine Fadendrainage und als ich dann endlich die Faxen dicke hatte, ließ ich mich auf eigene Verantwortung nach Hause entlassen.

 

Diese Zeit war die Schlimmste in meinem Krankheitsverlauf. Ich war völlig unselbständig, konnte so gar ncihts alleine machen. Ich war dauerhaft auf die Hilfe anderer angewiesen und meine Tochter war doch noch sooo klein.

 

Die Jahre danach ergaben auch keine großartige Besserung. Zig Durchfälle am Tag, viele Medikamente und ich war nicht dazu in der Lage arbeiten zu gehen. Wie denn auch?  Glücklicherweise bin ich niemals am Darm operiert worden, wie so viele andere Leidensgenossen, aber nach uns nach kamen die Nebenwirkungen der Medikamte durch. Die Knochendichte verringerte sich, Knochenabbau fand statt, Sehstörungen, Hautprobleme, andauernde Müdigkeit. Aber irgendwann muss sich doch mal was ändern! Irgendwann, während eines Umzugs, vergaß ich meine Medikamente zu nehmen...sicherlich einige Tage...und?....Mein Zustand verschlechterte sich NICHT!                     

 

Ein Fortschritt. Um den Rest kurz zu fassen: Ich habe dann,, im September 2011, nach langem Hin und Her mit den ganzen Ämtern noch einmal meine Ausbildung zur Altenpflegerin angefangen und drei Jahre später auch erfolgreich beendet. Zwei Jahre später meine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung gemacht und was soll ich sagen? Klar gibt es viele schlechte Tage, aber ich kann arbeiten gehen! Ich habe jetzt zwei Jobs und beide machen mir Spaß! Der Vollzeitjob ist im Außendienst (hätte niemals gedacht, dass das mal geht) und der Nebenjob in einem Altenheim. Ich gehe heutzutage sehr offen mit meinem Morbus Crohn um und auch mit den Dingen, die dazu gehören. 

 

Insgesamt geht es mir ganz gut. Ich habe täglich meine Zipperlein, bin die meiste Zeit hundemüde, da ich unter Schlafstörungen leide, aber das bekomme ich jetzt auch noch in den Griff. Deswegen werde ich ja jetzt vieles ändern.

 

Auf meiner Facebookseite "Mein Leben mit Morbus Crohn" poste ich regelmäßig Infos, Links, die Fortschritte meines Plans und auch Bilder und Rezepte meiner neuen Essgewohnheiten.

 

Ich freue mich weiterhin über Feedbacks!

 

Einen schönen, ruhigen Feiertag wünsche ich allen!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0